Wilfried Hofmann und seine Frau Gisela werden auf einer Individualreise durch die Türkei wegen eines Missverständnisses festgenommen und versauern anschließend aufgrund mangelnder Rechtsstaatlichkeit für über drei Woche im türkischen Gefängnis.

Der Autor

Wilfried Hofmann ist als Weltenbummler mit allen Wassern gewaschen. Gemeinsam mit seiner Frau Gisela bereisen sie Länder, die die wenigsten von uns besucht haben, auf Arten, die sich die wenigsten von uns zutrauen würden. Insbesondere der arabische Raum hat es den beiden angetan.

Über zwei ihrer extremsten Reisen hat Hofmann bereits Bücher veröffentlicht: Über eine Fahrradtour, die sie in vier Jahren um die Welt führte berichtete er in „Grenzenlos“. Außerdem schrieb er über eine Wanderung von ihrer Heimat in Thüringen bis in den Oman – jawohl, bis ans Ende der arabischen Halbinsel. Dieses Abenteuer hielt Wilfried in „Abgelatscht“ fest.

Über diese und weitere Reisen berichten die zwei übrigens auch regelmäßig in Form von Multimediashows – schaut gerne mal auf ihrer Homepage vorbei. Hier geht’s direkt zu den Terminen auf grenzenlosabenteuer.de.

Das Buch

Wilfried und Gisela Hofmann sind zur falschen Zeit am falschen Ort. Etwa 50 km von der syrischen Grenze entfernt schlafen sie während ihres Urlaubs in der Türkei im Auto. Sie werden nachts von Gendarmen verhaftet und zur Befragung aufs Revier gebracht, weil sie für Terror-Touristen gehalten werden. Jeder normale Mensch – auch die zwei – sind hier noch der Überzeugung, dass sie danach weiterreisen dürfen. Doch offenbar sitzt ihnen gegenüber ein Polizist, der ihnen ihre Geschichte nicht glaubt.

Sie landen in Untersuchungshaft, vermutlich jedenfalls, denn eine Anklageschrift auf Deutsch gibt es nicht. Immer wieder werden sie angelogen, was ihr Verfahren betrifft, und versauern so lange im Gefängnis, bis das Zählen der Tage schwierig wird.

Dabei werden die zwei getrennt. Während Gisela in einer einzigen Zelle mit anderen Frauen meist gut auskommt, landet Wilfried in einer Art Knast-WG. 17 Etagenbetten werden von über 60 Insassen geteilt, wer neu ist, schläft auf dem Boden. Ein großer, kräftiger Häftling, der seinen Status als Alphatier regelmäßig in Ringkämpfen festigt, sorgt für Ordnung unter den Insassen. Ein junger, ausgemergelter, immer finster dreinblickender Imam, der alle zu regelmäßigen Gebeten zwingt, bildet den anderen Kopf unter den Insassen. Diesen beiden traut sich keiner zu widersprechen.

Die Insassen kommen aus Ländern von Nordafrika bis Pakistan. Viele sitzen aus undurchschaubaren Gründen ein, meist nur ein paar Tage, manche seit einem halben Jahr. Ein Zimmer gehört allein den IS-Sympathisanten, sie bleiben meist nur kurz, angeblich weil die türkische Justiz Angst vor ihnen hat.

Durch das großzügige Verschenken von Zigaretten verschafft sich Wilfried ein Ansehen unter den Häftlingen, von denen auch bald keiner versteht, warum er so lange im Gefängnis bleiben muss. Bis sie schließlich – nach über drei Wochen Ungewissheit – ebenso undurchsichtig, wie sie verhaftet wurden, wieder entlassen werden.

Wem wird das Buch gefallen?

Das Buch ist höchst empfehlenswert für alle, die ein Interesse am islamistischen Extremismus und den Auswirkungen auf die betroffenen Länder haben. Das Gemeinschaftsgefängnis zeigt deren Gesellschaft in einem Mikrokosmos. Ein spannender, sehr ungewöhnlicher Blick auf deren aktuelle Entwicklung.

Man erhält aber auch einen Einblick in so viel mehr als nur den Gefängnisaufenthalt. Wilfried erlebt den Selbstmordversuch eines Mithäftlings mit, die Fehlgeburt einer inhaftierten Frau und die schamanische Austreibung von bösen Geistern.

Er erzählt seine Geschichte in klaren, sachlichen Worten. Dadurch wird das Erlebte umso eindrücklicher. Man glaubt ihm jedes Wort.

Fazit

Durch die Lektüre dieses Buches habe ich mehr gelernt, als es jahrelanges Lesen von Zeitungsartikeln und Hintergrundberichten über die arabische Gesellschaft je möglich gewesen wäre. Dieses Buch sollte im Gemeinschaftskundeunterricht besprochen werden. Klare Kaufempfehlung!


Bonusland - Ein Mann, ein Rad, eine Sehnsucht

Als für Götz der Ernst des Lebens und eine Karriere als Ingenieur beginnen soll, wird ihm alles zu eng. Kurzerhand nimmt er Reißaus und fliegt ans andere Ende der Welt, um Neuseeland per Pedale zu erkunden. Götz radelt durch Regenwälder, über rollende Hügel und zu den Kratern der Vulkane. Er trinkt aus Flüssen, wäscht sich in Seen und schläft unter Brücken. Erst knapp vor dem Ziel erkennt Götz, dass er aufhören muss, vor sich selbst davonzuradeln, und begreift die wahre Bedeutung seiner Reise. Er findet sein ganz persönliches Bonusland.

Weg Wollen

Weil Tomas sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann, bricht er sein Studium ab und flieht in die Tropen. In der Karibik taucht er ab und lässt seine Seele in der Hängematte baumeln. Bis er einsehen muss, dass er sich vor seiner Vergangenheit nicht verstecken kann. Und ihm die Menschen, die er auf seiner Reise trifft, schließlich bewusst machen, wovor er wirklich davonläuft... Weg Wollen von Götz Nitsche ist der Roman für alle, die im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends erwachsen wurden.

Obacht: Dieser Abschnitt ist voll mit Werbung!


Buchtipp: Wilfried Hofmann, „Gestohlene Freiheit“

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