… und inwiefern der Roman eine Inspiration für „Weg Wollen“ war

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„Homo Faber“ ist die Mutter aller Coming-of-Age-Romane. Die meisten von uns mussten den Roman in der Schule lesen, und die meisten von uns konnten vermutlich nicht allzu viel damit anfangen. Ich empfehle: Lies ihn nochmal! Denn er ist großartig.

Der Plot

Der Ingenieur Walter Faber ist Rationalist durch und durch. Doch eine Reihe von Zufällen erschüttern sein Weltbild bis ins Mark.

Als sein Flug über Mexiko in der Wüste notlanden muss, stellt er fest, dass sein nervtötender Sitznachbar der Bruder seines alten Freundes Johannes ist. Er begleitet ihn auf der Suche nach diesem Bruder auf eine Kaffeeplantage nach Guatemala. Dadurch wird er gezwungen, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Johannes hat seine Jugendliebe Hannah geheiratet, weil Walter damals seine Liebe nicht zugelassen hatte. Noch immer verweigert er sich seinen Gefühlen und begnügt sich mit einer inhaltsleeren Romanze in New York.

Auf einer Überfahrt von Amerika nach Europa lernt er später die junge Sabeth kennen, die in ihm lang unterdrücke Gefühle hervorruft. Er folgt ihr und reist mit ihr durch Frankreich und Italien bis nach Griechenland. Und während er allmählich beginnt, sich der Liebe zu öffnen, verdrängt er die Erkenntnis, dass ihre beiden Leben enger zusammenhängen, als ihm lieb ist…

Auf einer Überfahrt von Amerika nach Europa lernt Walter Faber Sabeth kennen. Ihr folgt er bis nach Griechenland in sein Verderben.
Auf einer Überfahrt von Amerika nach Europa lernt Walter Faber Sabeth kennen. Ihr folgt er bis nach Griechenland in ein neues Leben – und sein Verderben.

Warum das Buch so großartig ist?

Wegen der Sprache von Max Frisch. Er schreibt den Roman aus der Sicht von Walter Faber und nennt ihn daher – seinem rationalen Geist entsprechend – einen Bericht.

Man muss sich erst eine Weile einlesen (oder, falls man ihn als junger Schüler gelesen hat: nochmal lesen), bis man erkennt, dass viele Erkenntnisse zwischen den nüchtern formulierten Zeilen stecken. Das haben die Lehrer ja früher immer so geliebt und wir Schüler so gefürchtet: Die Interpretation der Zwischentöne. Aber wenn man sich völlig ungezwungen darauf einlässt, erkennt man die meisterhafte Art, mit der Frisch seinen Walter Faber allmählich zu einem anderen Mensch werden lässt.

Der Einfluss auf „Weg Wollen“

„Homo Faber“ hat mich überhaupt erst dazu gebracht, ebenfalls schreiben zu wollen. Zunächst verfolgte ich denselben Ansatz, möglichst viel Informationen über den Gemütszustandes meines jungen Helden zwischen den Zeilen zu belassen, weichte dieses Vorgehen aber zugunsten einer leichten Lesbarkeit nach und nach auf. Herausgekommen ist mit „Weg Wollen“ ein Kreuzung aus anspruchsvoller Literatur und einem Jugendroman. Um den Einfluss von Max Frisch gebührend zu würdigen, habe ich einige Referenzen eingebaut:

  • Die Geschichte spielt in Mittelamerika. Klar, ich war selbst in der Gegend, als ich zu Schreiben begann, doch der wirkliche Grund, warum ich einen großen Teil von „Weg Wollen“ dort spielen lasse, ist der Einfluss von Max Frisch auf mein Schreiben.
  • Thomas trifft auf den erfolglosen Schriftsteller Max und reist mit ihm. Der Name ist eine direkte Referenz an Frisch. Frisch war Kenner von Mexiko und Teilen Mittelamerikas, hat auch in anderen Romanen detaillierte Beschreibungen einfließen lassen. Außerdem hat er erst relativ spät angefangen, als Schriftsteller Erfolg zu haben, was sich ebenfalls in meinem Max aus „Weg Wollen“ spiegelt.
  • Auf einer Überfahrt, wenn auch einer deutlich kleineren, unterhalten sich die Nachbarn von Thomas über ihre Reiseerlebnisse: Der eine wäre über Mexiko beinahe abgestürzt, der andere sagte, er hätte einige Zeit auf einer Kaffeeplantage in Guatemala verbracht. Beides ist Walter Faber passiert.
  • „Gefühle sind Ermüdungserscheinungen.“

    Das behauptet Thomas im Gespräch mit Max und zitiert damit direkt aus „Homo Faber“. Er identifiziert sich sehr mit dem Rationalisten Walter Faber, was ihm Max auszutreiben versucht.

  • Auf ihrer Reise durch Europa beschreiben sich Walter und Sabeth gegenseitig, was sie sehen – und wie sie es sehen. Dabei findet Walter stets sachliche Vergleiche, während Sabeth immer emotional wird. „Wie gelber Schnee“, sagt daher in „Weg Wollen“ auch Lea einmal zu Thomas, als in Costa Rica Samen von den Bäumen rieseln. „Wie Polstermaterial eines Sofas“, entgegnet der rationale Thomas.

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Buchtipp: Max Frisch, „Homo Faber“

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2 Gedanken zu „Buchtipp: Max Frisch, „Homo Faber“

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