Der südliche Kungsleden ist ein ruhiger und weniger bekannter Abschnitt des Kungsleden, des „Königswegs“, durch Schweden. In 2 Wochen im August folgten meine Freundin und ich diesem Wanderweg. Hier folgt das Logbuch.

Abschnitt 1: Storvallen (bei Storlien) bis hinter Fjällnäs. 7 Tage, 94 km
Von diesem Wanderabschnitt berichte ich in einem gesonderten Blogpost. Klicke hier, um dorthin zu gelangen!

Abschnitt 2: Von Fjällnäs bis Fjällstation Grövelsjön. 5 Tage, 80 km
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Fakten und Tipps
Keine Lust auf mein Geschwafel? Die wichtigsten Fakten und Tipps habe ich dieses Mal in einem gesonderten Blogpost gelistet. Hier geht’s direkt dahin!

Abschnitt 2: Von Fjällnäs bis Fjällstation Grövelsjön. 5 Tage, 80 km – Allgemeines

Zunächst einmal: Der Abschnitt ist in 5 Tagen gut zu bewältigen. Aber weil wir am ersten Tag des zweiten Abschnitts (bzw. am letzten Tag des ersten Abschnitts, Tag 7 der gesamten Wanderung), nachdem wir bereits die letzten 8km auf dem Abschnitt von Storlien bis Fjällnäs bewältigt hatten, noch einen schönen Campingplatz im Fjäll suchten, ist hier „Tag 7“ sozusagen als extra Tag nochmal aufgeführt.

Der Abschnitt unterscheidet sich deutlich von Abschnitt 1. Er wird dominiert vom Rogen-See. Das bedeutet: Viel stehendes, wunderhübsches Gewässer, dafür weniger fließendes, trinkbares Wasser. Viel Wald und verdammt viele Steine. Dadurch ist der Abschnitt deutlich beschwerlicher zu wandern und man sollte davon Absehen, mit 20kg Gepäck 20km am Tag einzuplanen.

Stöcke sind dringend zu empfehlen! Auch Zeltplätze sind weniger leicht zu finden und sollten nach Studium der Karte und des Führers am besten im voraus geplant werden.

Weitere Tipps zum Wandern auf dem südlichen Kungsleden gibt’s in diesem gesonderten Blogpost!

Tag 7: Rasthütte Långbrottsjön bis hinter Fjällnäs – 12km

Man beachte: Es ist immer noch Tag 7. Nachdem wir die letzten Kilometer von der Rasthütte Långbrottsjön bis Fjällnäs bis Mittag zurückgelegt haben (Ein Klick hierauf bringt dich direkt zu diesem Tag), beschließen wir zusammen mit dem Anglerpärchen, noch ein wenig aus dem Ort hinaus und weiter ins Fjäll zu wandern. Von Fjällnäs aus sind dies am Ende nur ca. 4km.

Die Abzweigung von der Straße zurück zum Wanderweg zu finden, erscheint uns zunächst ein wenig knifflig, aber letztlich gelingt das wohl auch mit ein wenig Intuition und Kartenverständnis. Wir suchen schließlich nichts weiter als den Weg, der zum Aussichtspunkt oberhalb des Svansjön-Sees entlang führt.

Dies ist zunächst eine Schotterstraße, die man erreicht, wenn man hinter ein paar Lagerhallen (rechts der Hauptstraße, wenn man nach Osten geht) über eine Brücke. Am Ende der Schotterstraße ist der See schon von oben zu überblicken und ein paar Wegweiser und Infotafeln geben Informationen über den Weg.

Von hier laufen wir nur noch 1-2 km hinein ins Fjäll, bis wir einen kleinen Bach finden, der eine geeignete Vertiefung für ein Ganzkörperbad aufweist. Das Anglerpaar schlägt hier sein Lager auf, wir wandern noch ein paarhundert Meter weiter, denn wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, dass die Nachbarn außer sichtweite wohnen, gibt man das ungern wieder auf. Wir finden einen herrlichen kleinen See, der den Zeltplatz der Angler nochmal übertrumpft. Yeah!

Die Aussicht über den Svansjön-See ist ebenso herrlich wie die Ruhe des Fjälls, die wir hier, auch wenn wir kaum außer Sicht von Fjällnäs sind, bereits wieder spüren.

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Ein Bad mit Aussicht. Im Hintergrund blitzt der Svansjön-See über den Hügel.
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So kann man einen Wandertag beenden

Tag 8: Von hinter Fjällnäs bis Broktjärnskojan – 16km

Die Angler sind einfach fitter als wir. Zu unserer Verteidigung: Sie machen solche Urlaube auch schon seit 20 Jahren. Für uns ist es die erste Fernwanderung. Wir lassen sie schon nach einer halben Stunde ziehen und laufen etwas gemütlicher weiter.

Es geht über zunächst oberhalb des Svansjön-Sees entlang und dann über leichte Hügel, aber hoch erhoben, Richtung Rogen-Gebiet zwischen zwei Bergen hindurch. Bislang sieht es landschaftlich noch genauso aus wie im ersten Abschnitt.

Plötzlich fängt es an zu regnen. Wir bauen unser Zelt auf, weil wir sonst keinen Unterschlupf finden. Inzwischen geht es ratzfatz. Wahnsinn, zu was die Freundin in der Lage ist, wenn man sie mal kommandieren lässt. Ruckizucki steht das Zelt und wir verkriechen uns darin – geschlagene drei Stunden lang.

Mitten am Nachmittag hört es endlich auf und wir brechen so schnell wir können auf. Nur ein paar Minuten weiter eröffnet sich das Rogen-Gebiet vor uns. Weite Wälder und Unmengen an Seen erstrecken sich bis zum Horizont.

Jetzt geht es fast 300 Meter bergab und plötzlich ändert sich das Terrain. Überall liegen Steine, aber viel größer als noch vor ein paar Tagen. Felsbrocken sind es, riesige Ungetüme, um die man seinen Weg herum suchen muss oder – noch blöder – über die man drüber muss. Das Vorankommen wird deutlich schwerer und da das Wetter nicht wirklich besser wird, halten wir an einer winzigen Rasthütte namens Broktjärnskojan.

Es ist weniger eine Hütte als vielmehr ein Tipi aus Holz. Ein winziger, feuchter, offensichtlich stickiger Verschlag. Die Füße einiger anderer Wanderer schauen daraus hervor und so suchen wir in der Nähe einen Platz für unser Zelt. Das ist nun deutlich schwerer, wegen dem Wald und dem damit einhergehenden unebenen Boden. Es wurden jedoch offensichtlich ein paar Flächen für Camper freigeschlagen.

Auch das Trinkwasser ist plötzlich nicht mehr so leicht aufzufüllen. Die tausend Seen sind zwar über Flüsse, Bäche und Kanäle miteinander verbunden, doch das Wasser darin ist kaum in Bewegung. Es gibt Algen darin und Moos am Rand. Vorsichtshalber kochen wir das Wasser ab.

Der Abend bleibt feuchtkalt und ungemütlich. Das Zelt ist noch vom Mittag nass und irgendwie steigt die Feuchtigkeit auch immer mehr ins Innere, je öfter man das Zelt zusammenlegt und wieder aufbaut.

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Zu Beginn des Tages erinnert der Wanderweg noch stark an den ersten Abschnitt, doch im Hintergrund erkennt man schon das Rogengebiet …
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… und je tiefer wir absteigen, umso bewaldeter und steiniger wird es.
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Hübsch grün ist es jetzt. Und überall steht Wasser.

Tag 9: Von Broktjärnskojan bis Rastplatz Rödviken – 18km

Auf geht’s an den Rogen! Das Wetter sieht stabil aus, aber es bleibt insgesamt kühler als letzte Woche. Merkt man das wirklich so stark in Skandinavien, wenn der Sommer zu ende geht? Es ist jetzt die zweite Augustwoche.

Noch bis zwei Tage bevor wir nach Schweden kamen, also die komplette zweite Junihälfte, hätte man die gesamten Wanderung in kurzer Kleidung bewältigen können. Da war es aber auch in Deutschland sehr warm, also sollte man definitiv immer auf kühle Tage eingestellt sein, wenn man in Schweden wandern will.

Es geht durch Waldwege und immer wieder über Geröllfelder zunächst zur Skedbrostugan. Sommer- und Winterweg sind jetzt immer häufiger voneinander getrennt, weil der Winterweg einfach mitten über die (dann zugefrorenen) Seen führt.

Im Rogengebiet soll es noch ein paar Moschusochsen geben. Von fern hören wir manchmal seltsame Laute, aber das mag auch ein Motorboot sein, oder eine Kettensäge. Hier ist es so still, dass die Geräusche durchaus von der norwegischen Grenze herübergetragen werden könnten. Wir stellen uns aber lieber einen brünftigen Moschusochsen vor. Ist romantischer und passt besser in diese Gegend.

Bonusland - Ein Mann, ein Rad, eine Sehnsucht

Als für Götz der Ernst des Lebens und eine Karriere als Ingenieur beginnen soll, wird ihm alles zu eng. Kurzerhand nimmt er Reißaus und fliegt ans andere Ende der Welt, um Neuseeland per Pedale zu erkunden. Götz radelt durch Regenwälder, über rollende Hügel und zu den Kratern der Vulkane. Er trinkt aus Flüssen, wäscht sich in Seen und schläft unter Brücken. Erst knapp vor dem Ziel erkennt Götz, dass er aufhören muss, vor sich selbst davonzuradeln, und begreift die wahre Bedeutung seiner Reise. Er findet sein ganz persönliches Bonusland.

Weg Wollen

Weil Tomas sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann, bricht er sein Studium ab und flieht in die Tropen. In der Karibik taucht er ab und lässt seine Seele in der Hängematte baumeln. Bis er einsehen muss, dass er sich vor seiner Vergangenheit nicht verstecken kann. Und ihm die Menschen, die er auf seiner Reise trifft, schließlich bewusst machen, wovor er wirklich davonläuft... Weg Wollen von Götz Nitsche ist der Roman für alle, die im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends erwachsen wurden.

Obacht: Dieser Abschnitt ist voll mit Werbung!

Heute macht sich eine neue Form der Erschöpfung bemerkbar: Der Rucksack sitzt inzwischen gut und die Schultern tun kaum mehr weh. Der Heißhunger nach wenigen Wanderstunden ist völlig verschwunden. Aber jetzt spüre ich meine Füße.

Ich bin Einlagenträger und habe zwei verschiedene paare orthopädische Einlagen dabei. Leider habe ich die normalen Einlegesohlen der Schuhe nicht dabei. Und meine Füße Schreien danach! Das ständige Treten auf die vorgeformten Wölbungen der Einlagen sind eine Tortur und ich mag meinen Plattfuß auch einfach mal Plattfuß sein lassen! Die Steinfelder tragen ihren Teil zu diesen Schmerzen bei.

An der Skedbrohütte treffen wir auf eine Familie, die ein paar Tage zum Kajakfahren im Rogengebiet war. Sie schenken uns ihr letztes Müsli. Wir sind hocherfreut, weil wir unsere Haferflocken längst aufgebraucht haben und nun nur noch Knäckebrot frühstücken können.

Dann geht es wieder durch den Wald, auch gelegentlich durch sumpfige, über planken begehbare Abschnitte. Wir sind jetzt ganz in der Nähe des Rogen, nur leider mitten im Wald. Daher sehen wir nichts besonderes. Erst als wir unser Tagesziel, einen Rastplatz am Rödviken (ein Seitenarm des Rogen-Sees) erreichen, haben wir den großen See endlich erreicht.

Trotz lediglich 18km sind wir ganz schön erschöpft – wie gesagt, die Steinfelder machen das Leben in diesem Abschnitt deutlich schwerer, zumal mit dem Gewicht der Rucksäcke.

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Nur von fern ist der Rogen heute zu sehen.

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Erst am späten Nachmittag erreichen wir schließlich die Schutzhütte am Rödviken. Hier schlagen wir unser Lager auf.

Tag 10: Von Rastplatz Rödviken bis hinter Rogenhütte – 12km

Zum Frühstück stellen wir fest, dass Müsli mit Seewasser ziemlich erbärmlich schmeckt. Dagegen sind Haferflocken ein Sternegericht. Wir brauchen dringend ein alternatives Frühstück.

Heute genießen wir den Tag und machen gemütlich. Muss ich auch, denn die Füße tun weiter weh. Also schlendern wir am Rogen entlang, manchmal direkt am Ufer, manchmal wieder etwas außer Sichtweite. Aber dafür komplett eben.

An der Rogenstugan machen wir Mittagsrast und unterhalten uns mit dem Hüttenwart. Er serviert uns selbstgemachte Limonade und hat kein Problem damit, dass wir die Örtlichkeiten nutzen. Das Plumpsklo stinkt ein wenig, aber es ist sauber, wie eigentlich immer.

In seinem kleinen Shop kaufen wir Knäckebrot und Wurst aus der Tube. Ja wirklich – Wurst aus der Tube! Das scheint so etwas wie eine schwedische Spezialität zu sein. Jedenfalls schlägt es Müsli mit Seewasser um Längen. Wir decken uns für die letzten Tage ein, denn es ist unklar, ob es auf den letzten winzigen Hütten bis Grövesjön überhaupt eine Versorgungsmöglichkeit gibt.

Der freundliche Hüttenwart erzählt uns, dass er versucht, jeden Sommer in einer dieser Hütten zu verbringen. Man muss sich dafür beim Schwedischen Alpenverein ein wenig hocharbeiten, zu Beginn bewirbt man sich recht allgemein, um auf einer Hütte zu helfen, doch wenn man sich seinen Platz erarbeitet hat, kann man jedes Jahr an seinen Lieblingsort zurückkehren. Seiner ist die Rogenhütte.

Und das nicht zu unrecht. Sie ist wunderhübsch gelegen, an der Spitze einer Halbinsel im lichten Wald. Praktisch von überall hat man einen Blick über den See. Und es gibt sogar eine Sauna. Und diese Ruhe – Wahnsinn.

Er erklärt uns, dass es in der Nähe eine Campingwiese gibt, die aber zur Hütte gehört und für die man also bezahlen müsse. Dann gibt er uns einen Tipp, wo wir kostenlos campen können. Super Typ.

Also wandern wir noch ein paar Kilometer weiter. Am Ufer der Halbinsel stehen ein paar Sommerresidenzen von Städtern, doch es ist niemand zu sehen. So eine Hütte könnte ich mir für mich auch vorstellen.

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Rentiere grasen auf der Halbinsel der Rogenstugan
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Das Wandern heute ist zur Abwechlung mal wieder eher ein Spaziergang – eine Wohltat für die geschundenen Füße.
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Mittagspause an der Rogenhütte
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Ein paar Ferienhäuser säumen das Ufer, doch es ist menschenleer

Tag 11: Von hinter Rogenhütte bis Rasthütte Slagusjön – 14km

Ein Hoch auf die Wurst aus der Tube! Leider reicht sie nicht so weit, wie wir dachten, und schon am Mittag schmieren wir Senf aufs Knäckebrot. Da waren wir wohl an der falschen Stelle geizig. Unsere Vorräte für die letzten zwei Tage sind wirklich knapp bemessen.

Dafür werden wir heute nochmal mit wunderschönen Aussichten belohnt. Es geht zunächst über 200 Meter hoch auf den Tandsjävalen. Von hier hat man einen sensationellen Ausblick über den gesamten Rogen. Wir versuchen nochmal das Lunge-Kehlkopf-Training aus dem ersten Wanderabschnitt: Wir schreien aus voller Kehle. Inzwischen klappt es schon etwas besser. Wirklich sehr befreiend. Die Moschusochsen am anderen Ende des Sees dürften beeindruckt sein. Jodelahitie!

Dann geht es genauso steil und steinig wieder bergab und wir machen eine letzte Rast am Rogen. Und schon geht es wieder bergauf. Puh! Fast genauso hoch wie zu Beginn des Tages. Wir passieren die winzige Storrödtjärmhütte, die grade mal 20 Betten hat.

Anschließend steigen wir noch ein kleines bisschen weiter hinauf, bis wir die Rasthütte am Slagusjön erreichen. Es ist, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, deutlich kühler als noch vergangene Woche. Also bereiten wir unser Abendessen in der Schutzhütte.

Vor einem kurzen Bad will ich mich trotzdem nicht drücken und springe kurz in den kleinen Teich dahinter. Die Nacht ist kalt, und das nicht zum ersten Mal. Wir versuchen, die Schlafsäcke über ihre Reißverschlüsse miteinander zu verbinden. Die Körperwärme hält uns tatsächlich gegenseitig warm.

Diese Nacht bringen wir auch noch rum – morgen sind wir im Ziel!

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Rauf geht es durch Geröll. Im Hintergrund erstreckt sich das Rogengebiet. Von den Bergen am Horizont kommen wir.
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Vom Tandsjövalen hat man eine fantastische Aussicht.
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Anschließend geht es direkt wieder runter über – na rate mal – noch mehr Steine
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Trotz Kälte wird sich kurz gewaschen – so schläft es sich einfach besser

Tag 12: Von Rasthütte Slagusjön bis Fjällstation Grövelsjön – 16km

Wir sind fast da! Und ehrlich gesagt, wir können es kaum erwarten. So schön die Tage im Fjäll auch waren, so sehr freuen wir uns nun auf das Frühstücksbuffet in Stockholm. Heute Abend werden wir in Grövelsjön noch ein letztes Mal campen, doch wir werden sicher ein paar mehr Annehmlichkeiten haben als zuletzt. Und morgen früh reisen wir dann nach Stockholm und genießen die Hauptstadt und die Vorzüge eines sauberen Hotels. Juhuu!

Der Weg führt nun wieder über weicheres Terrain. Das tut meinen geschundenen Füßen zwar besser, aber gut geht es ihnen noch lange nicht. Ich beiße die Zähen zusammen.

Noch einmal geht es ein gutes Stück hinunter und wieder steil hinauf. Doch es mehren sich die Zeichen der Zivilisation und das treibt uns an. An einem See steht ein Schild mit Hinweisen auf den Fischbestand – es gibt wieder Tagestourismus! Bald sehen wir einen Skilift. Wir sind fast da! Erste Wanderer tauchen auf, nach der Größe der Rucksäcke zu urteilen kommen die ganz aus der Nähe.

Jeden Moment rechnen wir damit, Grövelsjön zu erblicken – doch nichts passiert. Der letzte Tag zieht sich wie Kaugummi, wir wollen einfach nur noch ankommen. Wieder gibt es Hinweisschilder, es gibt nun viele Pfade. Wegweiser zeigen die Richtung zu unserem Ziel. Doch es ist nirgendwo zu sehen.

Plötzlich treten wir aus dem Birkenwald und stehen einer größeren Hütte gegenüber. Grövelsjön steht auf dem Schild! Wie bitte? Verblüfft erkennen wir, dass unser Zielort gar keine Stadt ist, nichtmal ein Dorf – es ist nur eine Fjällstation für Wanderer und Outdoortouristen. Ha! Witzig.

Aber immerhin gibt es die versprochene Bushaltestelle an der Straße. Wir sind richtig! Vor Freude reißen wir unsere Rucksäcke über den Kopf und gönnen uns ein Siegerbier in der Nachmittagssonne. Die ist pünktlich zu unserem Zieleinlauf wieder rausgekommen.

Herrlich! Wir haben es geschafft. 174km zu Fuß durchs schwedische Fjäll mit fast 20kg Gepäck auf dem Rücken. Vorbei.

Auf einmal steht das Anglerpaar vor uns und lädt uns auf weitere Biers ein. Wir schlagen unser Lager auf der kostenlosen Campingwiese auf und nutzen die Küche, um unser Abendessen zu bereiten. So unglaublich, wunderschön und einmalig dieser Urlaub doch war – heute sind wir einfach froh, es geschafft zu haben.

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Hübsch ist es weiterhin, doch wir wollen heute nur noch ankommen
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Geschafft! 174km mit 20kg Gepäck in gut 11 Tagen.
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Darauf ein Siegerbier!

Wie geht es von hier weiter?

Für uns geht es am nächsten Tag mit dem Bus zurück nach Stockholm. Die fahren von hier täglich zur Nord-Süd-Verbindung der Eisenbahn.

Der Südliche Kungsleden ist in Grövelsjön aber noch nicht zu Ende. Es folgen weitere 175km bis nach Sälen. Hier wird es angeblich noch deutlich abenteuerlicher.

Es gibt nur noch Rasthütten, keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten mehr, außer im Fullufället Nationalpark. Ein Zelt und Verpflegung für die gesamte Tour sind erforderlich. Es gibt ein paar Möglichkeiten, etwas abzukürzen, etwa indem man nach Flötningen oder sogar nach Gördalen fährt. Wenn ihr diesen Abschnitt gewandert seid, freuen wir uns über einen Kommentar!

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Abschnitt 1: Von Storvallen (bei Storlien) bis hinter Fjällnäs. 7 Tage, 94 km

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Fakten und Tipps

Keine Lust auf mein Geschwafel? Die wichtigsten Fakten und Tipps habe ich dieses Mal in einem gesonderten Blogpost gelistet. Hier geht’s direkt dahin!

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Wandern in Schweden – Der Südliche Kungsleden – Teil 2: Fjällnäs bis Grövelsjön

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